Montag, 23. November 2009

Dieses 'Wurfgedicht' habe ich gestern im Radio gehört und zum Glück gleich im Web gefunden. Es ist dem widerlichsten aller Monate gewidmet, den ich auch so hasse, und es spiegelt meine Gedanken zu diesem exat wider ;-)


November

November, schwarzer Monat Du
Kehrst stets wieder, gibst nicht Ruh'
Schickst uns neue dreißig Tage
Dunkeldüstergraue Plage.
Bleichst fahle Blässe in die Wangen
Machst Gesichter traurig hangen
Pflanzt unzählig Depressionen
Sorgst für unbespielbar Boden
Brichst das Licht mit klebrig Nebel
Hebst mit eklig Regen Pegel
Läßt die Winde grausig tosen
In unseren langen Unterhosen.

Schleichst Dich schleimig an uns ran
Doch wir wissen deutlich wann
Deine Marter übel droht
Spätestens wenn Hundekot
Wässrig sich mit Baumlaub quetscht
Unter unsere Gummisohlen.
November, kannst uns nicht verkohlen
Zu bestialisch fault Dein Odem
Auf unserem teuren Teppichbodem.

November, alter Leichenschänder
Los! Sag an! Schmeißt Du ne Lage
Schnaps auf Deine Totentage?
Hast so viele wie kein zweiter
Kadaverfürst, vermaledeiter
Wirst hemmungslos uns wieder quälen
Mit Buß- und Bettag, Allerseelen
Und heuer, ach, es ist gar greißlig
Mit Todestag des starken Schutzwalls
Der am Neunten Deiner dreißig
Vor acht langer Jahre Frist
Viel zu früh verendet ist.

November, Sack, Du sollst verrecken!
Am besten mit dem Pack der Jecken
Die sich an Deinem Elften wecken
Mit Humba, Ententanz und Prost -
Vielleicht bringt ja Dezember Trost
Und richtet Euch mit starkem Frost.

Ich komm' zum Schluß mit dem Gedicht:
November, bist ein Arschgesicht!

Dienstag, 17. November 2009

Auf frischer Tat ertappt!

Den Beweis des letzten Beitrages war ich noch schuldig...

Samstag, 14. November 2009

Stuhlgang - oder von der Entdeckung der 3. Dimension ("oben")

Wenn man nur 87cm hoch ist, lebt man quasi in einer flachen Ebene, weil die meisten interessanten) Dinge höher als 87cm sind. Da ist der Stuhl an sich ein fantastisches Hilfsmittel. Ab eben dieser Körpergröße hat man nämlich auch die Kraft und Motorik, einen Stuhl zu bewegen und zu erklimmen und damit wird dieses Möbel zu einem fantastischen Komplizen.

Den Eltern fällt zunächst nur auf "wo ist denn der Stuhl? Naja die Mädels haben ihn wohl für irgendwas gebraucht". Dann aber Schürf- und Schleifgeräusche in der Wohnung, während man duscht, auf dem Klo verweilt oder bei anderen unbeaufsichtigten Minuten.

Ein Jammer für die Katze: die 'Theke' im Flur (ca. 1,20m) war immer ein guter Zufluchtsort vor kleinen Buben, die den frisch geputzten Pelz vollsabbern und kleine Finger in Katzenohren und -augen stecken. Dank Stuhl muss jetzt ein neuer Zufluchtsort gesucht werden. Mit der Gießkanne auf dem einen, halb-hohen Wohnzimmerschrank kann man übrigens nicht nur Blumen gießen. Eventuell wachsen ja nicht nur Blumen, sondern auch Stuhlbeine, wenn man sie gründlich wässert?

Man kann sich den Komplizen auch vor Papas Regal schieben und das Druckerpapier im Büro verteilen. Ein schicker, weißer Bodenbelag ist doch mal was anderes, als immer nur dieses Bauhaus Laminat. Man kann auf dem Drucker rumklopfen und die Scannerklappe hoch machen, um sie dann mit voller Wucht wieder zuzuschmeißen - immer und immer wieder. Auch sehr beliebt: die Lautsprecherboxen des Computers auf dem Schreibtisch bis zum Anschlag aufdrehen. Wenn Windows dann z.B. die Startmelodie spielt, wird der arme Elternteil vor dem Bildschirm mit 140 Dezibel vollgedröhnt, dass die Haare nach hinten stehen.

Man kommt sogar auf die Küchenarbeitsplatte, und von dort an den Hängeschrank mit den Süßigkeiten. Man kann sich grenzenlos bedienen, bis einem schlecht wird. Die schmutzigen Finger putzt man aber besser an der rauhen Wand ab, für einen Lappen/Handtuch müsste man den Stuhl extra in Richtung Spüle schieben. Aber wenn die Hände dann sauber sind, ist die Spüle natürlich doch ein interessanter Ort. Man kann sich fast reinsetzen und an diesem Hebel rumfingern, bis Wasser kommt. Dann probiert man das ganze natürlich noch im Bad aus - ist quasi das gleiche, aber eine ganz andere Optik. Man kann sich wunderbar die Finger dabei verbrühen und bekommt zum Trost Streicheleinheiten von Mami und ganz legal eventuell noch etwas aus dem Süßigkeitenschrank.

Auch die Fensterbank ist ein lohnendes Ziel. Man kann prima raus gucken, nachdem man alles, was dort lag, runter gefegt hat. Wenn man allerdings zu viel mit dem Gesicht und den Händen an der Fensterscheibe rum schmiert, wird es irgendwie nebelig draußen.

Man kann auch prima vom Stuhl runter fallen und es wie einen gewagten Stunt aussehen lassen. Dass man mit diesem Holz-Kumpel auch wunderbar das Absperrgitter vor der Treppe überwinden kann - dafür haben Intellekt und Abenteuerlust noch nicht gereicht, aber das ist nur eine Frage der Zeit...

Wie sichert man also Stühle? Auf den Tisch stellen? Wie gemütlich. Und wehe, der Bub schafft es, an eines der Stuhlbeine zu greifen und daran zu ziehen.